Über uns
Der Schutz der Natur und damit unserer natürlichen Lebensgrundlagen stellt eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Der fortlaufende Artenverlust, aber auch die Veränderung und Beeinträchtigung ökologisch intakter Lebensräume sind nur einige Beispiele dafür, dass ein aktives Umdenken und Handeln unbedingt nötig ist.
Doch es gibt auch Erfolge – Arten kehren zurück, Lebensräume werden renaturiert.
Im Januar 2024 hatten wir daher die Idee, unser Interesse an der Natur zu teilen, um einzigartige Arten und Lebensräume zu erhalten. Wir sind eine lose Gruppierung naturbegeisterter Menschen und kommen zu einem großen Teil auch beruflich aus dem Umweltbereich.
Unsere Anliegen beziehen sich vor allem auf das Allertal und den Ambergau (Landkreise Gifhorn, Goslar und Hildesheim). Diese zwei sehr unterschiedlichen Landschaftsräume sind es aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte, Artenausstattung und Lebensraumvielfalt wert, einmal genauer betrachtet zu werden.
Das Allertal -
Eis und Wind
formen das Land
Das Allertal – eine Landschaft des Weser-Aller-Flachlandes am südlichen Rand der Lüneburger Heide – entstand in seiner heutigen Form während der Saale-Eiszeit im Pleistozän, genauer gesagt dem Drenthe-Stadium vor ungefähr 200.000 Jahren. Zu dieser Zeit erreichte das von Norden nach Süden stoßende skandinavische Inlandeis seine größte Ausdehnung. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag bei -5 °C. Infolge des Eisvorstoßes und der darauf folgenden Abschmelzprozesse entstanden die für diese Region typischen Landschaftsformen der Glazialen Serie – flachwellige Sander- und Moränenflächen mit Sand-, Kies- und Geschiebelehmböden.
Eine erneute Prägung erfuhr das Allertal gegen Ende der Weichsel-Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren mit weiteren Flussablagerungen durch Schmelzwasserabflüsse. Infolge des kalten Klimas im Periglazialgebiet – dem Gebiet vor der Vereisung – trugen starke Winde zur Bildung von Flugsanddünen im fast vegetationslosen Gelände bei. Erst allmählich konnten sich bei steigenden Temperaturen robuste Zwergsträucher, darunter die Besenheide, entwickeln. Ein rascher Temperaturanstieg im Holozän brachte Birken-Kiefernwälder hervor und der Mensch besiedelte das Land.
Der Ambergau -
Muschelfunde im Kalk
Der Ambergau im Norden der deutschen Mittelgebirgsschwelle zählt zum Naturraum des Unteren Weserberglandes. Zwischen den bewaldeten Höhenzügen (v.a. Laubwälder) des Hainbergs im Norden und des Hebers im Süden bildet er eine große Beckenlandschaft.
Deren Ursprünge reichen bis in die erdgeschichtliche Periode der Trias vor ca. 250 Mio. Jahren zurück. Zu dieser Zeit herrschte ein warmes Klima vor und ein großes Flachmeer bedeckte die gesamte Germanische Senke von den Britischen Inseln bis nach Polen. Reste kalkhaltiger Organismen, wie zum Beispiel Muscheln und Schnecken, lagerten sich ab und wurden im Laufe von Jahrmillionen zu Kalkstein verfestigt.
Dieses Deckgebirge wurde von den darunter liegenden älteren Gesteinsschichten des Zechsteins ab der Oberkreide infolge der alpidischen Gebirgsbildung angehoben. Salzaufpressungen führten ebenfalls zu Anhebungen. Es entstanden Bruchschollen und sog. „Sättel“. Einige randliche Bruchschollen, wie z.B. Teile der Innerste-Scholle, senkten sich hingegen ab und bildeten Becken.
Gegen Ende der Weichsel-Kaltzeit im Pleistozän wurde unter trocken-kalten Bedingungen Löss ausgeweht und lagerte sich in Mulden ab, sodass der Ambergau mit seinen fruchtbaren Lößfeldern seit jeher eine besondere Bedeutung für die Landwirtschaft hat.
Quellenverweise
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